Bundesamt für Naturschutz - ABS

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Entwicklungszusammenarbeit

Auf bilateraler Ebene unterstützt die Bundesrepublik die Entwicklungsländer bei der Umsetzung ihrer aus der CBD erwachsenden Verpflichtungen. Hierzu führt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH unter anderen das Programm  "People and Biodiversity - Umsetzung der Biodiversitätskonvention" durch. Es handelt sich um ein sektorübergreifendes Vorhaben, das den Erhalt der biologischen Vielfalt durch einen integrierten Ansatz verfolgt. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Aspekt des gerechten Vorteilsausgleiches. Im Rahmen dieses Programms werden über  20 Projekte in Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien gefördert.


Markt, Autor: M. Hauswirth
Autor: M. Hauswirth

Eingebettet in diese Aktivitäten ist die  Niederländisch-Deutsche ABS-Initiative für Afrika, um den Aktionsplan zum Capacity-Building1 für den Zugang zu genetischen Ressourcen und den damit verbundenen Vorteilsausgleich der Biodiversitätskonvention zu implementieren.  Dieser  Aktionsplan wurde von der 7. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention im März 2004 in Kuala Lumpur verabschiedet.

Die Niederländisch-Deutsche ABS-Initiative möchte den Zugangs- und Vorteilsausgleich maßgeschneidert für die Bedürfnisse Afrikas weiterentwickeln und die afrikanischen Akteure bei der Formulierung gemeinsamer Positionen unterstützen. Langfristig verfolgt die Niederländisch-Deutsche Initiative das Ziel, den Vorteilsausgleich als ein funktionierendes Instrument zur Armutsminderung in Afrika zu etablieren.


Entwicklung und Umsetzung von ABS-Gesetzgebungen

Die Umsetzung der Gesetzgebung zu Zugang und Vorteilsausgleich wird exemplarisch in Ländern Asiens, Lateinamerikas und Afrikas gefördert.

Philippinen

Von 1999 bis 2005 wurden die Umweltbehörden bei der Erstellung und Implementierung von Durchführungsvorschriften für die nationale Zugangsgesetzgebung unterstützt. Von 1999 bis 2001 arbeitete die Nichtregierungsorganisation SEARICE (South East Asia Regional Institute for Community Education) mit deutscher Unterstützung mit indigenen und lokalen Gemeinschaften zusammen. Ziel war es, diese darin zu unterstützen, lokale und nationale Behörden bei der Regelung des Zugangs zu genetischen Ressourcen und dem gerechten Vorteilsausgleich zu beeinflussen. Zwischen 2003 und 2005 führte das Palawan NGO Network (PNNI) in der mit begrenzter Autonomie ausgestatteten Provinz Palawan die unter dem von SEARICE koordinierten Programm begonnenen Maßnahmen zur lokalen Umsetzung der nationalen Zugangsgesetzgebung fort.

Vietnam

Zwischen 2003 und 2006 führte die World Conservation Union (IUCN) ein umfassendes Programm zur allgemeinen Bewusstseinsförderung und Kompetenzförderung für die Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Zugangsgesetzgebung bei relevanten Akteuren von der Ebene der betroffenen Ministerien bis zu den lokalen Gemeinschaften durch.

Südafrika

Von 2001 bis 2003 unterstützte die World Conservation Union (IUCN) das zuständige Ministerium bei der Entwicklung einer nationalen Zugangsgesetzgebung und führte eine Reihe von Maßnahmen zur allgemeinen Bewusstseinsförderung und Kompetenzförderung relevanter Akteure (u.a. lokale Gemeinschaften, Provinzverwaltungen, Parlamentarier) durch.

Bangladesh, Bhutan, Indien, Nepal

Seit 2004 wird das International Center for Integrated Mountain Development (ICIMOD) darin unterstützt, die Kompetenzen von Durchführungs- und Partnerorganisationen in Bezug auf den Zugang zu, und gerechten Vorteilsausgleich von genetischen Ressourcen zu stärken. Ziel ist, die aktive Teilnahme indigener und lokaler Gemeinschaften in der nachhaltigen Bewirtschaftung biologischer Ressourcen zu fördern und am gerechten Vorteilsausgleich bei der Nutzung von biologischen und genetischen Ressourcen durch Dritte teilhaben zu lassen.

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Markt in Coban, Guatemala (Autor: M. Hauswirth)
Markt in Coban, Guatemala (Autor: M. Hauswirth)

Förderung des Süd-Süd-Austauschs

Der internationale Informationsaustausch, insbesondere der Süd-Süd-Austausch, wird durch die finanzielle Förderung sowie fachlich-konzeptionelle Beratung bei der Planung von Veranstaltungen und relevanten Publikationen unterstützt.

Beispiele für geförderte Veranstaltungen sind der "1st South-South Biopiracy Summit" (Miri, Sarawak, Malaysia - 19.-26.02. 2001), die "National Session of the Global Biodiversity Forum" (Bonn, Deutschland - 19.-21.10.2001) und der "2nd South-South Biopiracy Summit" (Johannesburg, South Africa - 22.-23.08.2002). Auch die seit 2005 durchgeführten Workshops der  Niederländisch-Deutschen Initiative für Afrika tragen zum Süd-Süd-Austausch bei.

Anmerkung: Auszugsweise zitiert aus dem 3. CBD-Nationalreport der Bundesrepublik Deutschland.

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1) Unter "Capacity Building" wird der Prozess verstanden, in dem Informationen und Erkenntnisse zugänglich gemacht und verbreitet werden, ein differenziertes Problembewusstsein entstehen kann und die notwendigen Fähigkeiten im Umgang mit und zur Bewältigung der Problematik erworben werden.


Letzte Änderung: 10.01.08

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