Um die Nutzung obstgenetischer Ressourcen in Deutschland langfristig und effizient zu sichern und deren Verfügbarkeit gewährleisten zu können, wurde 2007 die
Deutsche Genbank Obst als ein Genbanknetzwerk gegründet.
Ex Situ Sammlungen
Botanische Gärten
Internationales Pflanzenaustauschnetzwerk (IPEN)
Im Rahmen von mehreren vom Bundesumweltministerium geförderten Forschungsvorhaben und initiiert durch den Verband Botanischer Gärten wurde das internationale Pflanzenaustauschnetzwerk IPEN (International Plant Exchange Network) entwickelt. Das Netzwerk ermöglicht seinen Mitgliedsgärten einen vereinfachten Transfer von lebendem Pflanzenmaterial untereinander unter Einhaltung der CBD-Regeln. Dies ist möglich durch eine
Verhaltenscodex, pdf-Datei ("Verhaltensregeln zur Aufnahme, Bewahrung und Weitergabe von pflanzlichem Material für Botanische Gärten und vergleichbare Sammlungen"), der die Mitglieder u.a. dazu verpflichtet, das ihnen anvertraute Pflanzenmaterial ausschließlich für nicht-kommerzielle Zwecke zu nutzen. Material wird nur dann zur kommerziellen Nutzung abgegeben, wenn der potenzielle Nutzer vorher das Einverständnis des Ursprungslandes eingeholt hat und dieses glaubwürdig nachweisen kann. Durch die Einführung von IPEN-Nummern (Annex 3 des Verhaltenskodex), die das innerhalb des IPEN zirkulierte Pflanzenmaterial begleiten und von den beteiligten Gärten jeweils in ihren Datenbanken gespeichert werden, bleibt das Ursprungsland der Pflanze nachvollziehbar, so dass zu jeder Zeit Benefits an das Ursprungsland weitergegeben werden können.
Durch das Pflanzentauschnetzwerk wird somit die Einhaltung von CBD-Regeln umfassend kontrolliert und zugleich stellt das System eine Zugangserleichterung zu Pflanzenmaterial für die wichtige Arbeit von Botanischen Gärten dar.
Dem Pflanzentauschnetzwerk IPEN gehören heute schon über 60 Botanische Gärten in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Niederlande und der Schweiz an.
GENRES - Informationssystem Genetische Ressourcen
Das Informationssystem Genetische Ressourcen (GENRES) wird vom Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Informationsplattform zur Agrobiodiversität betrieben.
Siehe dazu auch
in-situ-Erhaltung und
ex-situ-Erhaltung
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK)
Ein traditionsreiches und innovatives Institut
Das
Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) in Gatersleben gehört zu den großen, international bedeutsamen Zentren der Pflanzenforschung, in dem Probleme der modernen Biologie vorrangig an Kulturpflanzen bearbeitet werden. Im Zentrum grundlagen- und anwendungsorientierter, interdisziplinärer Forschung steht die Erarbeitung neuer Erkenntnisse und Technologien mit dem Ziel einer umfassenden Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für eine optimierte Stoffproduktion und für eine umweltverträglichere Landwirtschaft. Mit der Bundeszentralen ex situ-Genbank verfügt das IPK über eine einzigartige Sammlung pflanzengenetischer Ressourcen aus etwa 2.700 botanischen Arten und knapp 800 verschiedenen Gattungen. Der Gesamtbestand beträgt gegenwärtig etwa 147.000 Kulturpflanzenmuster.
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Julius Kühn-Institut (JKI)
Das
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Julius Kühn-Institut (JKI) ist eine Forschungseinrichtung des Bundes und eine selbständige Bundesoberbehörde mit Sitz in Quedlinburg. Das JKI hat 1200 Mitarbeiter, davon 300 Wissenschaftler, in Quedlinburg, Braunschweig, Berlin und Kleinmachnow sowie an den Standorten Bernkastel-Kues, Darmstadt, Dresden-Pillnitz, Dossenheim, Groß Lüsewitz, Münster und Siebeldingen.
Außer den 15 Instituten gibt es Einheiten, die unterstützend arbeiten: das „Informationszentrum und Bibliothek“ und die Zentrale Datenverarbeitung an vier Standorten des JKI sowie die Verwaltung.
Das JKI ist für das Schutzziel Kulturpflanze in seiner Gesamtheit zuständig. Diese Zuständigkeit umfasst die Bereiche Pflanzengenetik, Pflanzenbau, Pflanzenernährung und Bodenkunde sowie Pflanzenschutz und Pflanzengesundheit. Damit kann das JKI ganzheitliche Konzepte für den gesamten Pflanzenbau, für die Pflanzenproduktion bis hin zur Pflanzenpflege entwickeln.
Als Bundesoberbehörde sind die Aufgaben des JKI gesetzlich festgelegt.
Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ)
Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) ist eine nicht rechtsfähige Anstalt im Geschäftsbereich des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
Gemäß Verwaltungsvorschrift des damaligen Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum vom 24.11.2006 (GABl. 2006, S. 582) wurden die:
- Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Augustenberg,
- Landesanstalt für Pflanzenschutz Stuttgart sowie
- Landesanstalt für Pflanzenbau Forchheim mit dem Institut für umweltgerechte Landbewirtschaftung Müllheim und dem Saatbauamt Donaueschingen
ab dem 1. Januar 2007 zum LTZ auf dem Augustenberg (Karlsruhe-Durlach) zusammengeführt.
Deutsche Genbank Obst
Die Deutsche Genbank Obst besteht aus obstartenspezifischen Erhaltungsnetzwerken und ist damit ein wesentliches Instrumentarium zur Erhaltung obstgenetischer Ressourcen in Deutschland.
Daneben gibt es eine Reihe anderer Maßnahmen der In-situ- und Ex-situ-Erhaltung von Obstsorten im Rahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.
Deutsche Genbank Zierpflanzen
Genbanknetzwerk
Die
Deutsche Genbank Zierpflanzen ist als dezentrales Genbanknetzwerk konzipiert und wird von der BLE koordiniert. Bisher gibt es eine Genbank für Rosen, koordiniert durch das Europarosarium in Sangerhausen, und ein im Aufbau befindliches Genbanknetzwerk für Rhododendron mit circa 30 Partnern, koordiniert durch die Landwirtschaftkammer Niedersachsen in Bad Zwischenahn und den Rhododendronpark in Bremen.
